Liquidität steigern durch Forderungsverkauf

Jobmaschine Zeitarbeit
In der gewerblichen Zeitarbeit-Branche steigt die Zahl der beschäftigten Zeitarbeitnehmer. Die gewerbliche Zeitarbeit ist eine der am stärksten expandierenden Beschäftigungsformen in Deutschland. Die Gründe für das Wachstum in den letzten Jahren liegen auf der Hand. Die Kunden der Zeitarbeitsunternehmen stammen zu einem sehr großen Teil aus dem Mittelstand. Kommt es da zu Auftragsspitzen oder werden neue Umsatzpotenziale erschlossen, kann das mangels eigener Personal-Kapazitäten oft nur durch den Einsatz von Zeitarbeit bewältigt werden.

Problem Zahlungsverhalten
Trotz des dynamischen Wachstums darf nicht verschwiegen werden, dass ein schlechtes Zahlungsverhalten der Kunden für Zeitarbeitsunternehmen zu einem existenziellen Problem werden kann. Während Personaldienstleister die Löhne und Sozialbeiträge in einem monatlichen Turnus vorfinanzieren, kommen die Klienten ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Zeitarbeitsunternehmen oft nicht fristgerecht nach, weil sie selbst noch darauf warten, dass Kunden ihre Rechnungen begleichen. Die beschriebene Abhängigkeit vom Zahlungsverhalten anderer bringt kann dazu führen, dass Personaldienstleister mit wenig Eigenkapital schnell in finanzielle Bedrängnis geraten. In dieser Situation kann auch die Hausbank oft nicht weiterhelfen, denn auch kleinere Unternehmen werden bei der Kreditvergabe inzwischen sehr viel intensiver als noch vor Jahren auf deren Bonität sowie auf Bilanz- und Liquiditätskennzahlen hin geprüft. Ein hoher Bestand an offenen Forderungen wirkt sich dabei negativ aus.

Unter diesen Rahmenbedingungen gewinnt Factoring, der Verkauf von Forderungen an einen Dritten, als alternatives Finanzierungsinstrument für Zeitarbeitsunternehmen immer stärker an Bedeutung. Factoring befreit Zeitarbeitsunternehmen aus der Abhängigkeit vom Zahlungsverhalten anderer und schafft kontinuierliche Liquidität für den fristgerechten Ausgleich kurzfristiger Verbindlichkeiten wie Löhne, Gehälter, Sozialabgaben und Steuern.

Was ist Factoring?
Factoring ist der regelmäßige wiederkehrende Kauf von Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen gegen sofortige Zahlung des Kaufpreises. Beim Factoring verkauft ein Unternehmen offene Forderungen an eine Factoring-Gesellschaft. Dafür wird ihm sofort ein Betrag gutgeschrieben, der sich auf etwa 80 bis 90 Prozent des jeweiligen Außenstandes beläuft. Der Restbetrag, der aus Sicherheitsgründen zunächst einbehalten wird, wird überwiesen, wenn der Debitor den offenen Rechnungsbetrag an die Factoring-Gesellschaft gezahlt hat. Das Full-Service-Factoring umfasst neben der umsatzkongruenten Finanzierung auch eine vollständige Risikoabsicherung und die Übernahme des gesamten Debitorenmanagements. Letzteres findet dabei in enger Abstimmung mit dem Kunden der Factoring-Gesellschaft statt.

Factoring – die Vorteile
•    Nach nur zwei Tagen verfügt der Factoring-Kunde  90 Prozent der Brutto-Rechnungssumme. Hierbei wird die Kapitalbindung für die Kreditoren-Finanzierung abgebaut, eine umsatzkongruente Finanzierung und damit eine Verbesserung des Cashflows erreicht.
•    Die Bonität der Debitoren wird vorab geprüft, damit böse Überraschungen erspart bleiben. Bereits vor der Annahme eines Auftrages weiß ein Factoringkunde, ob ein zu beliefernde Unternehmen „gut” für das Geschäft ist oder nicht.
•    Angekaufte Forderungen sind zu 100 Prozent gesichert. Auch wenn der Debitor nicht bezahlt, entsteht für das Unternehmen kein Ausfall. Und dies ohne zusätzlichen Aufwand, den eine Kreditversicherung verursacht.
•    Die Verwaltungsarbeit wird reduziert und dadurch die Kosten im Unternehmen gesenkt. Dies betrifft neben den Buchhaltungskosten insbesondere die Kosten und den Aufwand für das Mahnwesen.
•    Factoring steigert die Kreditwürdigkeit. Durch den Verkauf von Forderungen an eine Factoring-Gesellschaft kann die Bilanz verkürzt werden (oder es findet ein Aktivtausch statt). Die Eigenkapitalquote steigt. Damit verbessert sich die Position beim Rating durch die Banken.

Problem Subsidiärhaftung

Ein Sonderfall beim Factoring für Personaldienstleister ist die so genannte Subsidiärhaftung. Dahinter verbirgt sich die gesetzliche Regelung, dass der Klient für die nicht abgeführten Sozialabgaben und Lohnsteuern des Personaldienstleisters von den Krankenkassen und dem Finanzamt direkt in Anspruch genommen werden kann. Wird ein Klient zur Haftung herangezogen, wird er wahrscheinlich keine oder nur noch um die Haftungssumme verminderte Zahlungen an den Factor leisten. Dank der Zusammenarbeit mit der  kann jedoch dieses Risiko für den Klienten verringert werden, da zum einen der Personaldienstleister auf seine Vitalität durch die FBW geprüft wurde, zum anderen durch die Bevorschussung seiner Forderungen genügend Liquidität zur Verfügung steht um die Sozialabgaben fristgerecht abzuführen. Dies bedeutet im Umkehrschluss: Zeitarbeitsfirmen, die Factoring betreiben, sind für mögliche Kunde ein sicherer Partner.