| Flandernrundfahrt |
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| 07.06.2005 | |
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Seite 1 von 2 Von Frietjes und Pintjes Fünftagestour durch Belgien, den Niederlanden und Deutschland, 12. bis 16. Mai 2005Donnerstag, 12. Mai 2005, Aachen - Margraten - Eijsden - Tongeren (62 km) Schleppend verlief der Start zur ersten Mehrtagestour. Zunächst mussten wir bis zum Nachmittag unsere Brötchen verdienen. Dann hieß es Taschen packen. Als wir gegen vier auf den Rädern saßen, war noch mein Sattel gerade zu stellen. Nach wenigen Metern holten wir das Minitool erneut heraus, denn meine Hinterradtaschen saßen nicht fest und waren zudem zu weit vorne platziert, so dass ich beim Treten mit den Fersen dagegen trat. Beinah entnervt entledigten wir uns noch der obersten Schicht Kleidung. Dann ging es endlich los.
im holländischen Mergelland Bei schönem Radelwetter erreichten wir bald Vaals und überquerten die Grenze zu den Niederlanden. Von hier gelangt man auf dem gut ausgebauten Radweg der N278 rasch nach Maastricht. Doch bereits in Margraten hatten wir genug vom Straßenlärm und warfen unsere Pläne auf direktem Wege nach Tongeren zu fahren über den Haufen. Zum Glück, denn später erfuhren wir, dass es zwischen Maastricht und Tongeren keinen Radweg gibt. So ging es in südwestlicher Richtung bei angenehmem Rückenwind durchs idyllische Mergelland hinab nach Eijsden. Hier bringt einen die Fahrradfähre auf originelle Weise und für einen Euro über die Maas. Endlich in Flandern. Doch halt, weit gefehlt, hier sprechen die Menschen Französisch und auch die Orts- und Straßennamen klingen gar nicht Niederländisch. Wir waren in Wallonien gelandet und würden flämischen Boden erst zwanzig Kilometer später kurz vor Tongeren betreten. Überrascht schwitzten wir uns aus dem Maastal empor und wunderten uns noch mehr über die entzückende Weiterfahrt an sauberen Bächen, durch grünste Landschaften und wallonische Dörfer. Die Sonne ging gerade unter als wir die alte Römerstadt Tongeren erreichten. Wir fanden Unterkunft bei Dagmars Cousine Petra, die in einem alten Haus am Groten Markt wohnt. Zum Nachtmahl gab es - wie sollte es am ersten Abend in Belgien auch anders sein - Frietjes und Pintjes von der Frituur um die Ecke.
Frietjes und Pintjes Freitag, 13. Mai 2005, Tongeren - Alken - Diest - Averbode - Tongerlo (79 km) Nach dem Frühstück besichtigten wir Tongeren, die älteste Stadt Belgiens. Nicht verpassen sollte man die gotische Liebfrauenkirche, den Groten Markt mit dem Denkmal des Ambiorix, den alten Beginenhof, die römische Umwallung sowie die mittelalterliche Stadtmauer, entlang der jeden Sonntag der berühmte Antiquitäten- und Trödelmarkt stattfindet. Für das Gallo-Römische Museum reichte unsere Zeit nicht, was uns nicht sonderlich betrübte, schließlich ist Petra Archäologin und hat ihre Wohnung voll römischer Scherben, die sie zu Krügen oder Tellern zusammenzusetzen versucht. Bereits am Abend zuvor schlich ich mich unbemerkt zu einem der Scherbenhaufen, um das zu tun, was man in keinem Museum darf: in die Hand nehmen, aus nächster Nähe beäugen, daran schnuppern. Gegen elf Uhr brachen Dagmar und ich auf. Eine für uns noch ungewohnt lange Strecke von 79 km stand an. Die Sonne zeigte sich kaum, doch wir hatten Glück, denn wir wurden weiterhin mit Nordostwind beschleunigt und Regen blieb - wie auch die folgenden Tage - trotz schlechter Wetterprognosen aus. Die Tour ging zunächst durch den Haspengouw, der gerne und zu Recht als Belgiens Obstgarten bezeichnet wird. Für Landesverhältnisse ist es hier recht hügelig. Wir machten einzig länger Halt in Alken, wo wir in einem Tante Emma Laden für unsere schwächelnde Digitalkamera die mit 7,50 Euro teuersten Batterien unseres Lebens kauften, sowie an einem Rastplatz um zu Picknicken. Nicht zum letzten Mal in den fünf Tagen „on the road“ staunten wir selbst über unseren Heißhunger nach allem schokoladigem und zuckrigem. Am frühen Nachmittag erreichten wir Diest, bald darauf die schön am Waldrand gelegene Abtei von Averbode. Hier trug es sich auch zu, dass wir auf die ersten richtigen Tourenradler trafen. Ein Pärchen im mittleren Alter, alte Haudegen freilich mit verblichenen Ortliebtaschen, Klickpedalen, vielen tausend Kilometern in den Reifen und dementsprechend souveränen Blick. Für uns Anfänger mit nigelnagelneuer Ausrüstung hatten sie immerhin ein aufmunterndes Nicken übrig.
an einem Knotenpunktwegweiser im Haspengouw Nach einstündiger waldreicher Fahrt trudelten wir in Tongerlo ein, wo wir von unseren Freunden Tine und Frank erwartet wurden. Die beiden verwöhnten uns den Abend über mit süffigen Pintjes, edlen Weinen und einem mehrgängigen Menü, das wir hiermit mit einem * auszeichnen. |







